Wie bringt Urlaub wirklich Erholung?
- Teresa Maier-Zötl

- 28. Juni 2024
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 14. März

Du kennst das vielleicht: Der Sommerurlaub steht vor der Tür. Der Kalender war voll, die letzten Wochen fordernd. Deadlines, Verpflichtungen, vielleicht dieses leise Gefühl von „Ich brauch eine Pause“.
Die Sehnsucht, einfach Abstand zu gewinnen und endlich wieder Kraft zu tanken, ist gross. Und gleichzeitig schleicht sich manchmal die Frage ein: Reicht das überhaupt? Kann ein paar Tage Auszeit wirklich reparieren, was sich monatelang aufgebaut hat?
Aber welche Faktoren führen zu Erholung und ist Urlaub eine nachhaltige Lösung Stress abzubauen? Schauen wir uns dazu die Studienlage einmal an.
Faktor 1: Entschleunigung
Wegfallender Termin- & Zeitdruck geben dem Gehirn die Möglichkeit Erlerntes & Erfahrungen zu sortieren und wieder "Arbeitsspeicher" frei zu machen. Wie bei einem Computer.
Vielleicht hast du schon einmal gespürt, wie sich dein Kopf nach ein paar freien Tagen plötzlich weiter anfühlt. Klarer. Leichter. Als hätte jemand innerlich auf „Neu starten“ gedrückt. Genau das passiert hier.
Diese Entschleunigung wirkt sich laut Neurowissenschaftler David Strayer von der University of Utah schon innerhalb kurzer Zeit mental aus. 4 Tage entschleunigt leben in den Bergen verbesserte die Kreativität um 50 Prozent. (1)
Gerade für kreative Köpfe ist das spannend. Denn Kreativität braucht Raum. Und Raum entsteht nicht zwischen zwei Meetings.
Faktor 2: Neues erleben & kleine Ziele erreichen
Urlaubsforscherin Jessica de Bloom sieht die Stimulation mit neuen Inhalten als Benefit.(1)
„Im Urlaub bekommt unser Gehirn neuen Input: Wir essen andere Dinge, hören eine andere Sprache, erleben eine andere Umgebung. Das regt die Kreativität an“, sagt de Bloom.
Nicht nur unbekannter Input, auch Neues zu Erlernen hilft Menschen sich gut zu erholen. Genauso auch wie etwas umzusetzen, dass sie sich vorgenommen haben. Und das muss keine Höchstleistung sein. Ein neues Rezept kochen, einen Tanzschritt lernen, ein Boot mieten.(2)
Vielleicht kennst du dieses kleine Glücksgefühl, wenn du etwas ausprobierst, das nichts mit Leistung zu tun hat. Kein Druck. Kein Müssen. Nur Neugier. Genau darin liegt ein unterschätzter Erholungsfaktor.
Faktor 3: Abstand
Das Zuhause und die Arbeit mental hinter sich zu lassen beeinflusst den Erholungswert ebenso positiv. Arbeitspsychologin Carmen Binneweis sagt dazu:
Je mehr die Leute E-Mails und SMS geschrieben, sowie Nachrichtendienste benutzt haben, desto weniger konnten sie abschalten und desto geringer war die Erholung. (3)
Und hier liegt für viele die grösste Herausforderung. Körperlich am Meer. Mental noch im Büro. Das Gedankenkarussell dreht weiter. „Ich müsste eigentlich noch…“
Dies bezieht sich nicht nur auf berufliches auch auf privates Austauschen mit Freunden oder Familie. Die Kommunikation hier auf einem Minimum zu halten kann also sehr hilfreich sein um wirklich den Kopf frei zu bekommen.
Vielleicht ist wahre Erholung manchmal weniger „mehr erleben“ und mehr „weniger reagieren“.
Faktor 4: Urlaubsort
Wegfahren vom gewohnten Wohnsitz ist förderlich aber nicht zwingend notwendig. Erholung kann genauso gut zuhause stattfinden. (3) Für einige wiegt der Reisestress gewichtiger und sie bevorzugen Urlaub daheim. Da muss jeder für sich entscheiden was ihn mehr entspannt.
Denn wenn Anreise, Packstress, Flugverspätungen oder Stau bereits Stress erzeugen, startet der Erholungsprozess mit einem Minus.
Faktor 5: Urlaubsdauer
Mehrere Studien zum Thema Dauer des Urlaubes hat Carmen Binnewies unter die Lupe genommen. Sie kommt zu diesem Schluss:
"Die Dauer des Urlaubs hat keinen Effekt auf den Erholungsgrad. Vielmehr gehe es darum, wie man die Zeit ohne Arbeit erlebt."(3)
Es geht also ihrer Meinung nach hauptsächlich um den Zufriedenheitsgrad und die innere Ruhe. Denke ich immerzu an die Arbeit während meiner freien Tage wird auch die tollste Urlaubslocation und mein stummgeschaltetes Handy keine positiven Effekte haben.
Laut einer Studie der finnischen Uni Tampere erreichten hingegen die Reisenden am achten Tag ihres Urlaubs den absoluten Erholungs-Höhepunkt.
Diese Zeit benötigt man laut Untersuchung in etwa, um den Stress gänzlich zu überwinden, sich an den Urlaubsort zu gewöhnen und sich auch auf eine etwaige neue Zeitzone einzustellen. Demnach sei eine Urlaubszeit zwischen acht und zehn Tagen ideal. (3) Es gibt also wie immer mehrere Meinungen und ich denke da tickt jeder auch sehr unterschiedlich. Wir brauchen zum Beispiel immer 2 Tage um an einem neuen Ort richtig anzukommen. Unsere Seelen reisen viel langsamer als unser Körper ;)
Vielleicht ist genau das der entscheidende Punkt: Nicht die Anzahl der Tage, sondern die Qualität deiner inneren Präsenz bestimmt den Erholungswert.
Ist Urlaub nachhaltig?
Diese 5 Faktoren können Urlaub erholsam machen, wirklich nachhaltig ist dieser Effekt aber weniger. Maximal hält der Erholungswert 3 Wochen an, manchmal auch nur 1 Woche. Je nach Belastung & Mindset zurück im Alltag.(4)
Das kann ernüchternd wirken. Ein ganzes Jahr durchhalten für ein paar Wochen Entlastung?
Zusammenfassend ist daher gesagt, dass es sinnstiftend wäre, nicht nur einen grossen Urlaub pro Jahr zu planen sondern das Augenmerk auf regelmässige Erholungspausen während des Alltags zu legen. (5)
Urlaub sollte also nicht das alleinige Gegenmittel für Stress sein.
Gerade wenn du in einer kreativen Branche arbeitest oder selbstständig bist, kennst du vielleicht dieses permanente Mitdenken. Abschalten fühlt sich fast fremd an. Doch genau deshalb braucht es kleine, bewusste Pausen im Alltag.
Es geht darum sich kontinuierlich kleine Fenster zu schaffen. Dies ist besonders gut möglich durch Achtsamkeitsübungen. Gefühl von "Reif für die Insel" kommt auf? Dann könnte man statt ein Flugticket zu buchen, sich 5 Minuten auf eine innere Insel der Ruhe zurückziehen. Dies erspart einem nicht nur Kosten auch Packstress, Flugverspätungen oder Stau auf der Autobahn ;)
Damit deine Urlaubserholung dennoch möglichst lange anhält, haben wir Dir eine Checkliste zusammengestellt.
Sie hilft dir, bewusst aus dem Urlaubsmodus zurück in den Alltag zu gehen, ohne sofort wieder im alten Tempo zu landen.
Unsere Checkliste "Urlaubserholung konservieren" gewünscht?
Hier kannst du sie dir gratis downloaden!
Und wenn du nach deinem Urlaub merkst, dass der Stress schneller zurückkehrt
als dir lieb ist, dann lass uns sprechen.
Melde Dich gerne bei uns nach deinem Urlaub für ein kostenloses Erstgespräch: wir sind neugierig zu hören welche Impulse Dir gefallen haben. Zusätzlich erfährst du wie wir Dich unterstützen Achtsamkeit, die erlernbare Superkraft in deinen Alltag zu integrieren.
Quellen:
Foto: cottonbro studio






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