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Eisessen entspannt: 3 wissenschaftliche Gründe um ohne schlechtes Gewissen zu genießen

  • Autorenbild: Teresa Maier-Zötl
    Teresa Maier-Zötl
  • 16. Juni 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Juli




Inhaltsverzeichnis:

Wusstest du, dass Eisessen nicht nur schmackhaft ist, sondern auch dein Nervensystem beruhigen kann?

Klingt vielleicht erstmal zu schön, um wahr zu sein – aber tatsächlich gibt es dafür spannende Hinweise aus der Wissenschaft.


La vita è come un gelato – eine Liebeserklärung


La vita è come un gelato – godila prima che si sciolga. Übersetzt: Das Leben ist wie ein Eis – genieße es, bevor es schmilzt.

Ist dieses italienische Sprichwort nicht grossartig? Das sind wahre Dolce Vita- Vibes. Und ich liebe Eiscreme. Cremig, kalt, mit der knusprigen Waffel – ein Traum.


Maurizio stammt aus Triest. Unser absoluter Lieblingseisladen dort heißt Zampolli. Das Haselnuss- oder Pistazieneis dort – milch- und sojafrei – ist schlicht zum Niederknien. Das können die Italiener halt.

Da ich keine Milch vertrage, halte ich mich sonst an Fruchtsorten oder was einige Eisläden alternativ anbieten. Und ich stelle es gerne selbst her – weil mir die meisten Sorten zu süß sind und ich Zucker wo möglich reduziere. Warum das für dein Nervensystem wichtig ist, erkläre ich diesen Nervennahrung-Artikel.

📖 WEITERLESEN: Blogatikel "Nervensystem stärken durch Ernährung."



Warum Eisessen ohne schlechtes Gewissen geht


Viele Menschen genießen ein Eis – und fühlen sich danach schuldig. Zu viel Zucker, zu viele Kalorien, zu wenig Disziplin.

Aber was wäre, wenn Eisessen nicht nur schmackhaft ist, sondern auch deinem Nervensystem guttut? Klingt zu schön um wahr zu sein – aber tatsächlich gibt es dafür spannende wissenschaftliche Hinweise. Und wer sein Eis selbst herstellt oder zu zuckerreduzierten Varianten greift, darf es erst recht genießen.

Hier sind drei Gründe warum du das nächste Eis ohne schlechtes Gewissen schlecken darfst.


  1. Direkte Vagusnerv-Stimulation

Der Vagusnerv – auch „Ruhenerv" genannt – ist der Hauptnerv unseres parasympathischen Nervensystems. Er hilft uns runterzukommen, den Puls zu senken und in den Entspannungsmodus zu schalten.

Kalte Getränke oder Eiscreme aktivieren buchstäblich Beruhigungsnerven im Halsbereich und verlangsamen die Herzfrequenz. (1)

Dazu kommt die Bewegung beim Schlecken: Die Zunge bewegt sich rhythmisch und aktiviert dabei über den Nervus trigeminus und den Nervus vagus Signale an das Gehirn senden. Dies führt zu einer parasympathischen Aktivierung und kann beruhigend wirken.

Solche oralen Stimulationen sind übrigens auch der Grund warum Babys durch Saugen am Schnuller ruhig werden, obwohl sie keine Nahrung aufnehmen. (2)


👉🏻 AUSPROBIEREN: Deshalb: Aus der Tüte schlecken ist nicht nur schöner – es ist neurophysiologisch sinnvoller als aus dem Becher zu löffeln. Genuss mit Vorsatz. 😄



  1. Entschleunigung als Nervensystem-Signal


Eisessen ist fast immer mit einer Pause verknüpft. Draußen sitzen, die Sonne genießen, langsam schlecken. Und genau das signalisiert dem Nervensystem: „Ich bin sicher."

Neuroforscher Stephen Porges hat dies in seiner Polyvagaltheorie beschrieben: Wenn wir Dinge tun die mit Genuss und Wohlbefinden verknüpft sind – wie Eis essen – entspannt sich das System. Denn unter akuter Gefahr würde sich niemand schnell ein Eis genehmigen. Auch das aktiviert den Vagus und hilft beim Herunterfahren. (3)

Durch die bewusste Aktivierung unserer Sinne lässt sich dieser Effekt noch verstärken: Achte auf die Farbe des Eises, die Textur, das Knacken der Tüte – und natürlich den Geschmack. Das ist Achtsamkeit im besten – und köstlichsten – Sinne.



  1. Alphawellen im Gehirn


Morgendlicher Eiskonsum führte bei Probanden der Kyorin Universität in Tokyo zu einem Zustand entspannter Wachheit. Im Gehirn wurden Alphawellen gemessen (8–13 Hertz) – dieselbe Frequenz die bei leichter Meditation auftritt. Sie macht uns am aufnahmefähigsten und kreativsten. (4)

Im Experiment zeigte sich: Konzentrationsaufgaben wurden leichter gelöst, die Informationsverarbeitung war besser und die Reaktionszeit schneller. (5)

Ob dieser Effekt speziell aufs Frühstücks-Eis oder auf die Ausnahmesituation zurückzuführen ist, lässt sich aus dieser Studie allein nicht sagen. Aber er ist interessant.

Was klar belegt ist: Speiseeis hat im Vergleich zu anderen Lebensmitteln wie Schokolade oder Joghurt die stärkste beruhigende Wirkung auf die Stimmung – das fanden die Universitätsprofessoren Herbert Bauer und Peter Walla von der Universität Wien in mehreren Studien heraus. (6)


Selber machen – einfacher als du denkst


Wer Zucker reduzieren möchte oder keine Milch verträgt, muss nicht auf Eis verzichten. Im Gegenteil – selbst gemachtes Eis ist oft befriedigender weil man genau weiß was drin ist.

Unser Bananeneis am Stiel kommt ganz ohne Zucker aus – und liefert mit Banane, dunkler Schokolade und Mandeln gleichzeitig Magnesium, Tryptophan und Kalium. Also Zutaten die dein Nervensystem wirklich braucht.

Ein Messer, ein hohes Glas, ein Tiefkühlfach – mehr braucht es nicht.


👉🏻 WEITERLESEN: Rezept Bananeneis am Stiel- das einfachste Eis ohne Zucker



Fazit


Beim Eisessen wird nicht nur dein Belohnungszentrum glücklich – auch dein vegetatives Nervensystem bekommt ein kleines Wellnessprogramm. Vagusnerv, Entschleunigung, Alphawellen – das ist keine Entschuldigung für Eis, das ist Wissenschaft.

Also: Das nächste Mal wenn du das Gefühl hast du brauchst eine Pause – vielleicht hilft dir ein kleines Eis nicht nur emotional, sondern sogar neurophysiologisch beim Entspannen.

La vita è come un gelato – godila prima che si sciolga. Das Leben ist wie ein Eis – genieße es, bevor es schmilzt. 🍦




Quellen:

3) Polyvagaltheorie (Porges, 2007)

4) Gehirnwellen

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