Was Dauerstress mit dem Körper macht – und wie Achtsamkeit helfen kann
- Teresa Maier-Zötl

- 29. Okt. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 15. März

Inhaltsverzeichnis:
Manchmal merken wir gar nicht, dass wir gestresst sind – wir funktionieren einfach. Wir schieben Müdigkeit auf „zu wenig Schlaf“, Kopfschmerzen auf „zu viel Bildschirm“, Verspannungen auf „die falsche Haltung“. Doch oft steckt hinter all dem etwas anderes: ein Körper, der schon viel zu lange im Alarmmodus ist.
Stress ist nichts Schlechtes - es ist die Dauer
Kurzfristig hilft er uns, leistungsfähig zu sein, zu reagieren, zu handeln. Doch wenn der Stress nicht mehr abklingt, wenn Pausen nur noch „funktionale Stopps“ sind und der Körper keine echte Erholung mehr erlebt, dann kippt das System.
Vereinfacht gesagt bleibt der Organismus im "Flucht oder Kampf"- Modus "stecken". Verdauung, Immunsystem und Regeneration werden heruntergefahren, weil der Körper denkt er ist permanent in akuter Lebensgefahr.
Und so laufen viele Menschen über Wochen, Monate oder gar Jahre mit einem inneren Grundrauschen aus Anspannung, das sie kaum mehr wahrnehmen. Stressblindheit sagt die Fachwelt dazu.
Die Signale, die wir nicht hören (wollen)
Unser Körper spricht mit uns – nur meist zu leise, um im Lärm des Alltag durchzudringen.
Er meldet sich mit:
Schlafstörungen oder ständiger Müdigkeit,
einem verspannten Nacken,
Magenbeschwerden oder Kopfschmerzen,
Gereiztheit oder dem Gefühl, „ständig unter Strom zu stehen“.
Oft deuten wir diese Signale als Störung. In Wahrheit sind sie eine Einladung: „Bitte halte inne.“ Bleiben diese unbeachtet können sie langfristig unsere Gesundheit massiv beeinträchtigen.
Nachgewiesene Auswirkungen von Dauerstress :
das Risiko für Herzkreislauf - Erkrankungen erhöht sich
das Risiko für depressive Symptome verdoppelt sich (1)
bis zu 30% wird die kognitive Flexibilität und Problemlösungsfähigkeit reduziert (2)
Konzentration und Gedächtnisleistung mindert sich bis zu 25% (3)
Schlafrhytmus und Tiefschlafphasen werden gestört (4)
Entzündungswerte erhöhen sich und die Immunabwehr sinkt bis zu 30% (5)
Sogar strukturelle & funktionelle Veränderungen unseres Gehirns sind möglich:
die Amygdala wird stärker aktiv, was unsere Angst- und Stressreaktionen noch verstärkt
präfrontale Regionen, die für Aufmerksamkeit und emotionale Kontrolle zuständig sind, werden geschwächt (6)
im Hippocampus, die Schlüsselregion für Lernen und Gedächtnis verringert sich die Dichte von Nervenzellverbindungen sogar bis zu 12 % (7)
Achtsamkeit als Gegenbewegung
Achtsamkeit bedeutet, im Hier & Jetzt mit allen Sinnen wahrzunehmen, was gerade da ist – zum Beispiel im Körper & in Gedanken. Wenn wir regelmäßig üben, still zu werden und hinzuspüren, lernen wir, schon die leisen Signale zu hören. Wir bemerken, wo Spannung entsteht, noch bevor sie sich festsetzt. Wir nehmen wahr, dass der Körper Ruhe braucht, statt erst zu agieren wenn garnichts mehr geht oder auf welche Gedanken wir Fokus legen.
Neurowissenschaftliche Studien zeigen, dass Achtsamkeit den Cortisolspiegel senken, das Immunsystem stärken und die Schlafqualität verbessern kann. (8)
Doch jenseits aller Forschung spüren wir es selbst: Ein achtsamer Moment ist ein kleiner Schritt zurück in die Balance. Für Maurizio & mich war Achtsamkeitspraxis der Gamechanger.
Es mag einem banal vorkommen, dass kleine Momente eine spürbare Auswirkung haben, aber eine grosse Studie zu diesem Thema aus Grossbritannien bestätigt: Auch kurze Achtsamkeitsübungen wie "Achtsamer Atem", "Body - Scan" und "Achtsames Gehen" können einen messbaren positiven Effekt auf Stress haben. (9)
Eine Einladung zur Selbstfürsorge
Unser Körper ist kein Gegner, der uns im Stich lässt – er ist ein treuer Begleiter, der uns mit jeder Verspannung, jedem Herzklopfen, jeder Müdigkeit erinnert: „Ich bin hier. Hör mir zu.“
Wenn du dir Zeit nehmen möchtest, wieder in Kontakt mit dir selbst zu kommen, Abstand vom Funktionieren zu gewinnen und in ruhiger Umgebung Achtsamkeit zu üben, laden wir dich herzlich ein Selbstfürsorge zu zelebrieren. Das kein heisses Bad mit Gesichtsmaske sein. Aber finden Selbstfürsorge ist mehr. Es geht darum, immer wieder ein paar Minuten bei sich "einzuchecken", bewusst zu atmen und so wieder ein Stück zu Dir zu kommen.
Wenn du dir ein Wochenende Zeit für Dich nehmen möchtest, sind unsere Achtsamkeitswochenenden im Ring Bio Hotel Wilfinger in Hartberg/ Österreich vielleicht etwas für Dich.
Dort erwarten dich 3 knackige Module über die Funktionsweise unseres Nervensystems und die Säulen der Achtsamkeit. Wir zeigen Dir praktische Übungen und ganz wichtig - die Integration des Gelernten in den Alltag, denn dort brauchst du es.
Ausserdem gibt es Zeit sich verwöhnen zu lassen mit köstlicher Vollpension, Wellnessbereich inklusive Schwimmingpools & Whirlpool und einer wohltuenden Aroma - Massage.
Weitere Informationen und Anmeldung findest du hier:
Fotocredit: Alexsandar Nakic/Canva
Quellen:
(1) Melchior, M., et al. (2007). Work stress precipitates depression and anxiety in young, working women and men.
(2) Liston, C., et al. (2009). Stress-induced alterations in prefrontal cortical dendritic morphology predict selective impairments in perceptual attentional set-shifting.
(3) Schoofs, D., Wolf, O. T., & Smeekes, A. (2008). Working memory is differentially affected by stress in men and women. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23238042/
(4) Meerlo, P., Sgoifo, A., & Suchecki, D. (2008). Restricted and disrupted sleep: effects on autonomic function, neuroendocrine stress systems and stress responsivity.
(5) Segerstrom, S. C., & Miller, G. E. (2004). Psychological stress and the human immune system: a meta-analytic study of 30 years of inquiry.
(6) Pruessner, J. C., et al. (2010). Stress regulation in the human brain: evidence from structural and functional imaging studies.
(7) McEwen, B. S. (2007). Physiology and neurobiology of stress and adaptation: Central role of the brain
(9) Studie Northumbria University (2024) mit 2.200 Teilnehmern https://researchportal.northumbria.ac.uk/ws/portalfiles/portal/171091582/s41562-024-01907-7.pdf





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