Mentaltraining lernen: Wie dein Kopf vom Stressmodus zurück in den Kreativmodus findet
- Teresa Maier-Zötl

- vor 18 Stunden
- 5 Min. Lesezeit

Inhaltsverzeichnis:
Du sitzt vor einer Aufgabe, eigentlich voller Ideen. Doch dein Kopf fühlt sich an wie ein Browser mit 47 offenen Tabs.
Gerade kreative Köpfe kennen dieses Gefühl gut. Denn Kreativität bedeutet nicht nur Inspiration. Sie bedeutet auch Ideen liefern. Abgeben. Funktionieren. Oft auf Knopfdruck.
Genau hier kommt Mentaltraining ins Spiel. Nicht als esoterisches Extra. Sondern als systematischer geistiger Lernprozess, der dein Gehirn trainiert, mit Stress, Druck und Emotionen anders umzugehen.
Oder wie wir sagen: Mentaltraining hilft dir dabei, wieder zu sprühen statt auszubrennen.
Was ist Mentaltraining eigentlich?
Mentaltraining ist ein bewusster Trainingsprozess für den Geist.
Dabei lernst du, deine Gedanken, inneren Bilder und emotionalen Reaktionen gezielt zu beeinflussen. Ähnlich wie beim Muskeltraining im Fitnessstudio.
Der Unterschied: Hier trainierst du nicht deinen Bizeps, sondern dein Gehirn und dein Nervensystem.
Es unterstützt dich dabei:
dein Selbstbewusstsein zu stärken
deine Gehirnleistung und Konzentration zu verbessern
emotional stabiler zu werden
besser mit Stress und Druck umzugehen
deine Willenskraft und innere Klarheit zu stärken
Wie funktioniert Mentaltraining?
Unser Gehirn unterscheidet erstaunlich schlecht zwischen real erlebten Situationen und intensiv vorgestellten Szenarien. Genau dieses Prinzip nutzt Mentaltraining.
Durch gezielte Übungen werden neue neuronale Verbindungen aufgebaut.
Typische Methoden im Mentaltraining sind zum Beispiel:
1. Schulung der Vorstellungskraft
Visualisierung von inneren Bildern ist ein unglaublich starkes Werkzeug. Noch kraftvoller wirkt Imagination, da sie alle Sinne miteinbezieht. (Was wir von Detailsinn lieben 😉)
Sportler nutzen diese seit Jahrzehnten, um Bewegungsabläufe mental zu trainieren. Auch im Alltag kannst du dir Situationen bewusst positiv vorstellen, bevor sie stattfinden.
Das verändert messbar deine Stressreaktion.
2. Fokus und Konzentration trainieren
Unser Gehirn wird leicht abgelenkt. Mentaltraining hilft dir, deine Aufmerksamkeit und Fokus zu steigern. (1) Besonders in unseren heutigen Zeiten essenziell!
Das bedeutet:
schneller in den Flow-Zustand kommen
weniger Gedankenkarussell
mehr Klarheit im Kopf
3. Achtsamkeitspraxis
Achtsamkeit bedeutet, bewusst im Moment zu sein.
Das klingt simpel, ist aber ein kraftvolles Werkzeug gegen Stress.
Regelmäßige Achtsamkeitsübungen können nachweislich die Aktivität in Hirnregionen reduzieren, die mit Stress und Angst verbunden sind. Dazu gehören auch Meditationstechniken.
4. Entspannungsmethoden
Dazu gehören zum Beispiel:
Körperübungen zur Ruhenerv- Aktivierung (Vagusnerv genannt)
Atemübungen
progressive Muskelentspannung
Diese Methoden helfen deinem Nervensystem, vom Alarmmodus zurück in den Regenerationsmodus zu wechseln.
5. Affirmationen & NLP (Neuro-Linguistisches Programmieren)
Gedanken und Worte formen Realität.
Wenn du deinem Gehirn ständig erzählst, dass du überfordert bist, glaubt es dir.
Mentaltraining nutzt bewusst formulierte Gedanken & Sätze um neue Denkstrukturen zu etablieren.
Was bringt Mentaltraining lernen wirklich?
Viele denken bei Mentaltraining zuerst an Spitzensport. Doch mittlerweile zeigen zahlreiche Studien, dass mentale Übungen messbare Effekte auf Gehirnleistung und Wohlbefinden haben.
Forscher des Massachusetts General Hospital und der Harvard Medical School konnten zum Beispiel zeigen, dass regelmäßige Achtsamkeitspraxis strukturelle Veränderungen im Gehirn auslösen kann. MRT - Bilder der Studie von Sara W. Lazar und ihrem Team zeigten, dass nach acht Wochen Meditation die graue Substanz in Hirnregionen zunimmt, die für Lernen, Gedächtnis und emotionale Regulation wichtig sind. (2)
Auch Wissenschaftler der Stanford University analysierten zahlreiche neurowissenschaftliche Studien zu Meditation und Mentaltraining. Auch hier zeigte sich, dass mentale Trainingsmethoden messbare Effekte auf das Gehirn haben. Die Übersichtsstudie zeigt, das Meditation
Stressreaktionen reduziert (durch geringere Aktivität der Amygdala, dem Stresszentrum)
Aufmerksamkeit und Konzentration verbessert
Selbstregulation und das emotionale Gleichgewicht erhöht (3)
Warum Mentaltraining besonders für kreative Köpfe wichtig ist
Gerade kreative Menschen haben oft einen sehr aktiven Geist. Ideen, Gedanken, Möglichkeiten – alles läuft gleichzeitig. Das ist eine Stärke. Kann aber auch schnell zur Überforderung werden.
Mentaltraining hilft dabei, diesen inneren Raum zu ordnen.
Eine Zusammenarbeit mehrerer niederländischer Universitäten entdeckte dass bestimmte Achtsamkeitsfähigkeiten stark mit Kreativität zusammenhängen.
Mit höherer kreativer Leistung,
mehr originellen Ideen und
besserer flexibler Problemlösung. (4)
Unsere eigene Geschichte: Als Kreativität plötzlich zum Kraftakt wurde
Wir kennen das Thema nicht nur aus Büchern.
Als Fotografen haben wir das am eigenen Leib erfahren. Shootings, Kunden, Erwartungen. Viele Leute, die involviert und abhängig sind von deiner Leistung. Zwar läuft meist alles nach Zeitplan, doch Kreativität lässt sich nicht immer planen.
Irgendwann merkten wir: Unser Körper zog die Notbremse.
Erschöpfung. Überforderung. Und irgendwann sogar körperliche Warnsignale.
Der Moment, in dem der Körper sagt: „So geht es nicht weiter.“ Bei uns waren das Panikattacken, Schwindel, Ohnmachtsanfälle, tiefe Erschöpfung und eine enorme Überforderung mit alltäglichen Aufgaben.
Kreativ sein, etwas, das wir immer geliebt hatten, fühlte sich plötzlich wie ein Kraftakt an.
Besonders schwierig war die Unsicherheit. Ständig war da die Angst, die Kontrolle zu verlieren, nicht abliefern zu können. Gleichzeitig suchten wir Hilfe bei Ärzten und Spezialisten. Doch immer wieder kam dieselbe Aussage: „Ihre Befunde sind in Ordnung.“
Das machte die Situation nicht leichter. Denn wenn medizinisch alles in Ordnung ist, fragt man sich irgendwann: Was stimmt dann nicht mit mir? Heute wissen wir: Unser Nervensystem war schlicht dauerhaft im Stressmodus gefangen.
Wir suchten nach Wegen und fanden zu Achtsamkeit und Mentaltraining.
Meditation und Atemtechniken halfen Maurizio zum Beispiel dabei, seine Panikattacken zu stoppen. Ich begann, liebevoller mit mir umzugehen. Statt ständig zu funktionieren, lernte ich, auf meinen Körper mehr zu achten und bewusste wirkliche Pausen zu nehmen. Und nicht mich nur abzulenken.
Mit der Zeit stabilisierte sich unser Körper, unser Nervensystem und die Energie kam zurück. Und mit ihr auch das, was uns immer wichtig war: Kreativität.
Eine Aha-Erkenntnis durch Mentaltraining
Ein entscheidender Moment kam, als wir etwas Grundlegendes verstanden:
Wir sind nicht zu hundert Prozent unsere Gedanken & Emotionen.
Ein gutes Beispiel dafür ist diese Aussage: „Ich bin traurig“ oder „Ich empfinde Traurigkeit“.
Erkennst du den Unterschied?
Das erste ist eine Identifikation „ich bin“, das zweite schafft Distanz und nimmt das Gefühl als Beobachter wahr.
Dein erster Schritt zu mentaler Stärke
Mentaltraining lernen beginnt nicht mit komplizierten Techniken. Es beginnt mit Bewusstsein.
Zu erkennen, was im eigenen Kopf & Körper passiert, ist oft schon der erste Schritt zur Veränderung.
Genau deshalb haben wir unseren Mini-Online-Workshop entwickelt.

Mentale Stärke – Erste Schritte
Darin bekommst du erste Lernimpulse, um:
dein Denken bewusster wahrzunehmen
emotionale Reaktionen besser zu verstehen
einfache Mental - & Körperübungen in deinen Alltag zu integrieren
Wenn du lernen möchtest, wie du deine mentale Stärke Schritt für Schritt aufbauen kannst und deine Kreativität wieder Raum bekommt, dann ist dieser Workshop ein guter Anfang.
Kurz gesagt: Du lernst, deinen Kopf wieder vom Überlebensmodus in den Kreativmodus zu bringen.
Quellen:
(1) Jha, A. P., Krompinger, J., & Baime, M. J. (2007) Mindfulness training modifies subsystems of attention. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18062342/
(2) Lazar, S. W. et al. (2011). Mindfulness practice leads to increases in regional brain gray matter density. https://www.sciencedaily.com/releases/2011/01/110121144007.htm Anmerkung: Kleine Versuchsgruppe aber relevante Studie
(3) Tang, Y.-Y., Hölzel, B. K., & Posner, M. I. (2015). The neuroscience of mindfulness meditation https://www.nature.com/articles/nrn3916
(4) Baas, M., Nevicka, B., & Ten Velden, F. (2014) Specific mindfulness skills differentially predict creative performance. https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0146167214535813





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